JOHNEN + SCHÖTTLE
Maria-Hilf-Straße 17
Di–Fr 10–13, 14–18, Sa 11–15
(Jesper Just, A Vicious Undertow, 2007)
In seinen Filmen lässt der junge Däne Jesper Just (1974, Kopenhagen) die narrativen Strukturen unterschiedlicher Genres ineinander laufen. Die Brillanz seiner Filmbilder, ihr komprimierter Inhalt und die minimalistischen Handlungen der Figuren beschwören die visuellen Klischees klassischer Hollywoodfilme herauf und erinnern gleichzeitig an inszenatorische Techniken aus Werbeproduktionen oder Theater. „Invitation to Love“ (2003) spielt in einem mit Gemälden ausstaffierten Repräsentativraum eines historischen Gebäudes. Die kühle Aura des Ortes wie die bewegungslosen Blicke der in den Gemälden Portraitierten bilden das perfekte Setting für die weitestgehend voneinander isolierten Aktivitäten der Personen. Die Handlung wird von zwei Männern getragen, von denen der ältere sich dem jüngeren anzunähern versucht – zunächst durch verdeckte Gesten, später dann, durch eine dritte Person ermutigt, in einem skurrilen Tanz auf dem Tisch. Die Arbeit, die Just bei Johnen + Schöttle präsentiert, gehört zu einer Reihe von Filmen, die um die Beziehung zwischen einem älteren Herrn und einem jungen Mann kreisen, ohne die psychoemotionale Konstellation, in der die beiden zueinander stehen, aufzulösen. Stattdessen bieten die suggestiven Bilder in ihrer Vieldeutigkeit eine perfekte Projektionsfläche für die persönliche Erfahrungswelt des Betrachters.
AUSBILDUNG
1997-2003 The Royal Danish Academy of Fine Arts
EINZELAUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)
2007
Witte de With, Rotterdam
Ursula Blickle Foundation, Kraichtal
No Man is an Island II, Bliss and Heaven, Something to Love, Miami Art Museum, Miami, USA
2006
Something to Love, Stedelijk Museum, Amsterdam
It Will All End in Tears, Galleri Christina Wilson, Kopenhagen
Perry Rubenstein Gallery, New York
Black Box: Jesper Just, Hirshhorn Museum and Sculpture Garden
Hammer Museum, Los Angeles, USA
The 1st at Moderna: Jesper Just, Something to Love, Moderna Museet, Stockholm
GRUPPENAUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)
2007
Performa07, Love Is Yet To Come
Crack The Sky, Biennale de Montréal, Montreal, Kanada
The Moore Space/Smoca, Miami
The Drake, Toronto, Canada
Timer 01, intimità/intimacy, Triennale Bovisa, Mailand, Italien
Stejdelijk Museum voor Actuele Kunst, Amsterdam
[I'm Only Human, Contemporary Video Art], The Contemporary Art Centre of Thessaloniki, Griechenland
2006
Exportable Goods - Danish art now, Galerie Krinzinger, Wien
Empathetic, Temple Gallery, Old City, Pennsylvania, USA
Die grosse Geste/The Big Scene - Emotionality in Recent Video Art, Bregenzer Kunstverein, Austria, Toronto Film Festival, Kanada
Copenhagen – San Francisco, Scandinavian Short Film Festival, ATA, San Francisco
Busan Biennale, Busan, Korea
Hot/Cold? Summerloving, Zacheta National Gallery of Art, Warschau Polen
LIAF 06, Lofoten International Art Festival, Lofoten, Norwegen
Another Worlds, Arario Gallery, Seoul, Korea
Bühne des Lebens - Rhetorik des Gefühls, Lenbachhaus, München
Don Quijote, Witte de With, Rotterdam
Ars 06 Sense of the Real, Kiasma Museum, Helsinki, Finnland
Trial Balloons, MUSAC Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y León, Spanien
Biennale du Havre, Le Havre, Frankreich
BENT: Gender and Sexuality in Contemporary Scandinavian Art, Fine Arts Gallery, San Francisco
Dreamlands Burn – Nordic Art Show 2006, Mücsarnok, Budapest
www.jesperjust.com